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E-Government Portal beim Bundesministerium der Finanzen


20.06.2002 - Das Bundesministerium der Finanzen hat INTRA-SYS beauftragt, ein leistungsfähiges Web-Portal für die Haushaltsabteilung und für alle bundesweit an der Haushaltsaufstellung beteiligten Behörden zu erstellen.

Verwendet wurde das - in verschiedenen Projekten bei der Erstellung von Firmenportalen bewährte - Lösungspaket "Enterprise Portal Solutions". Zur Integration von unterschiedlichen Anwendungen wurden dabei moderne Java™-Techniken eingesetzt, denn das Potential der Internet-Technologien liegt in den offenen Standards. Mit Hilfe der offenen Standards können verschiedenste Informationen, Dokumentenarten und Anwendungen über eine einzige Oberfläche bereitgestellt werden. Beim Starten des Portals genügt eine einmalige Anmeldung (Single Sign-on). Das Bundesministerium und die bundesweit angeschlossenen Behörden sparen so Kosten ein, straffen Arbeitsabläufe und verbessern Ihre Serviceleistungen gegenüber den Bürgern.

Das Projekt der Haushaltsabteilung im Bundesministerium der Finanzen

Aufgabenstellung
Die Aufgabe war die Erstellung eines Portals der Haushaltsabteilungen des Bundes im Intranet des IVBB. IVBB steht hierbei für den Infomationsverbund Berlin-Bonn, einem Regierungsnetz, das u.a. die Dienstsitze in Bonn und Berlin IT-technisch miteinander verbindet. In diesem Portal sollten die von den Haushaltsabteilungen genutzten IT-Verfahren integriert werden, die mit unterschiedlichen Programmiersprachen und Benutzeroberflächen realisiert sind:
  • Legacy-Anwendungen auf einem Großrechner,
  • Intranet- und Internet-Anwendungen,
  • Anwendungen auf CD-ROM,
  • Anwendungen auf Officeware,
  • fachspezifische Informationen in Text- und Tabellenform.


Diese Verfahren befinden sich auf unterschiedlichen Rechnern und erforderten bislang jeweils eine eigene Identifizierung des Anwenders:
  • der Host des Bundesamts für Finanzen,
  • die Server des Bundesamts für Finanzen,
  • die Server im Hausnetz des Bundesministeriums der Finanzen.


Die Nutzer in dem Projekt lassen sich in drei Zielgruppen klassifizieren:
  • Sachbearbeiter der Haushaltsabteilung,
  • Angehörige der Haushaltsabteilung mit besonderen Rechten,
  • Sachbearbeiter in den Ressorts.


Anforderungen an das mit EPS realisierte Portal:
  • eine intuitiv bedienbare Oberfläche mit graphischen Elementen, die das Gesamtangebot an Informationen und IT-Verfahren im Bereich Haushalt und Finanzplanung zusammenfaßt und erschließt
  • die Entwicklung eines Informationsnetzwerks, das alle Informationen und Verfahren in Form eines Internet-Portals im IVBB bündelt
  • die Anwender benötigen nur eine Runtime-Umgebung für Java™ sowie eine gängige Office-Umgebung
  • keine Installation von Programmen auf dem PC des Benutzers durch das Portal
  • Bereitstellen von unterschiedlichen Dienstleistungen für jeden Nutzer im IVBB entsprechend der Zugehörigkeit zu einer der drei Zielgruppen bei Steuerung der vorhandenen Berechtigungen
  • Steuerinstanz von EPS sollte wahlweise das Portal als auch die Anwendungen sein


Der Aufbau von Enterprise Portal Solutions (EPS)

Die Framestruktur von EPS
Der Portal-GUI bildet den Container für die Frames. In ihm laufen die Anwendungen ab und werden überwacht. Sie stehen sowohl im Web als Applets, JavaBeans™, HTML oder XML, zur Verfügung, als auch als Office-Anwendungen wie z.B. MS Excel oder MS Explorer. Einzige Voraussetzung für die Aufnahme von nicht browserfähigen Daten oder Anwendungen in einen Portal-Frame ist, daß Schnittstellen zu dieser Anwendung vorhanden sind.

Auch um eine sinnvolle Steuerung durch das Menüsystem zu ermöglichen, sollten Programmschnittstellen für diese Anwendungen existieren z.B. im DDE- oder DCOM-Format. Eine besonders komfortable Lösung zur Einbindung von Windows Anwendungen bietet EPS durch die Möglichkeit, marktverfügbare ICA- und RDP-Clients als Java™-Applets in seinen Frames ablaufen zu lassen. Dadurch sind dem Portal als Container für diese Anwendungen, die auf einem Windows oder Citrix Terminalserver gestartet werden,
praktisch keine Grenzen gesetzt.

Das Menüsystem zur Steuerung von Portal und Anwendungen
Hauptanteil am innovativen Charakter von EPS hat das Menüsystem. Es wird durch drei verschiedene Kriterien beeinflußt. Erstens wird es durch einfache Parametrierung und Konfiguration der XML-Datei in seiner gesamten Funktionalität bereitgestellt. Zum Zweiten wird das Menü eines Users aufgrund der Auswertung seiner Berechtigungen individualisiert.

Drittens wird das Menü mit Hilfe des im EPS enthaltenen Navigators durch die Anwendungen selber gesteuert. Damit konnte eine der zentralen Anforderungen im Kundenprojekt erfüllt werden - die Möglichkeit der gegenseitigen Steuerung zwischen Portal und Anwendungen.
Als notwendige Verbindungsschicht zwischen Menüsystem und Anwendungsframes werden JavaScripts verwendet. Excellent gelöst ist die Einbindung der Daten und Anwendungen von Legacy-Systemen (OS390, BS2000, OS400 und UNIX) Diese können in JavaBeans™-Technik auf dem Portal-Server selber bereitgestellt werden. Die gegenseitige Steuerung von Portal und Anwendung ist hier auf das Effektivste gelöst. Ein integrierter Navigator ermöglicht eine zielgenaue Erkennung der Hostmasken aufgrund definierter Ereignisse. Über diese Erkennung wird das Menüsystem anwendungsspezifisch gesteuert. Die Darstellung der Legacy-Anwendungen kann über JSP™ oder im HTML-Format erfolgen.

Fazit
Mit EPS bietet INTRA-SYS ein System von Komponenten, das sowohl aus Dienstleistungen, Beratung und Entwicklung/Anpassung, als auch aus vorgefertigten, Java™-basierten Tools, Java Servlet™, JavaBeans™, Java Server Pages™, TagLib, JavaScripts und XML, besteht. Diese Komponenten werden durch einfache Parametrierung und Konfiguration sowie Anpassungen an die spezifische Umgebung zu dem vom Kunden gewünschten Anwendungs- oder Bürokommunikations-Portal zusammengefügt.
In der hier angeführten Fallstudie konnte das Portal für die zunächst vorgesehenen ca. 120 Anwender bereits nach vier Monaten Anpassungsaufwand in die Produktion genommen werden. "Hierdurch wird erstmals", so Herr Dr. Brede, Leiter eines IT-Referats der Haushaltsabteilung im Bundesministerium der Finanzen, "eine ressort- und bundesweit einheitliche Benutzeroberfläche für alle an der Haushaltsaufstellung und am Haushaltsvollzug beteiligten Behörden geschaffen."

In einer ersten Einschätzung kommen die Projektverantwortlichen des Haushaltsreferates zu dem Ergebnis, daß "sich das Projekt wirtschaftlich selbst trägt. Die Abteilung II benötigt zukünftig keine auf den PCs installierte 3270-Emulation mehr, die Update-Kosten für die derzeitige Emulation beim nächsten Betriebssystemwechsel entfallen. In ähnlicher Größenordnung werden Einsparungen bei den Ressorts und deren Oberbehörden erwartet."

Bei der Projektübergabe verdeutlichte Herr Oliver Schulz, Geschäftsführer INTRA-SYS: "Wir verstehen, wie wertvoll die unternehmensweit verteilten Informationen sind. Und dieser Wert läßt sich durch Bündelung und extensive Nutzung dieser Informationen nochmals steigern. Die Wertschöpfung, die sich daraus ergibt, ist es letztendlich, die heute den Geschäftserfolg eines Unternehmens, aber auch die erfolgreiche Kundenorientierung von öffentlichen Institutionen und Behörden garantiert.

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